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Biomechanische Stimulation

Geschichte und Entwicklung

In den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte der österreichische Neuropsychologe Dr. Hubert Rohracher bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen des Gehirns die Mikrovibration der Muskulatur.

Auch die entspannte (passive) Schlafmuskulatur weist ständige rhythmische Bewegungen auf. In dieser Phase liegen sie zwischen 7 und 13 Hz (Prof. V. Nazarov). Bei Bewegung steigt die Frequenz an. Die natürlichen und am häufigsten vorzufindenden Vibrationen der Muskelfasern während der Arbeit oder beim Sport liegen zwischen 18 und 30 Hz. Sie werden als physiologischer Tremor bezeichnet. Zur Anwendung kamen diese Erkenntnisse erstmalig bei russischen Leistungsturnern durch Prof. Dr. habil. Vladimir Nazarov.

Prof. Nazarov war 1960 selber „Meister des Sports“ der UdSSR im Geräteturnen. Er war Mitglied des wissenschaftlichen Rates für Biomechanik an der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und hatte die Leitung des Lehrstuhls für Biomechanik der belorussischen Akademie für Körpererziehung und Sport in Minsk inne. Während dieser Zeit sammelte er umfangreiche praktische und wissenschaftliche Erfahrungen im Einsatz der BMS bei Kunstturnern, aber auch bei „Durchschnittsmenschen“.

Bei Balletttänzern (Bolschoi, Kirov) und Kosmonauten wurde ebenfalls die biomechanische Stimulation angewendet und es zeigte sich, dass das Kreislauf- und Nervensystem in positiver Reaktion wesentlich zu beeinflussen ist. Besonders angesprochen werden die Systeme, die mit der Bewegungstätigkeit zu tun haben. Es zeigten sich in jedem beliebigen Alter, deutliche Verbesserungen.

Die „THERZ GmbH“ in Dülmen ist die erste Niederlassung in NRW, die das BMS-Training durchführt. Geleitet wird das Training von der Physiotherapeutin und Pferdeosteotherapeutin Beatrix Schulte Wien, die seit über 30 Jahren als niedergelassene Physiotherapeutin tätig ist.

Wie unterscheidet sich BMS von den herkömmlichen Vibrationsgeräten?

Bei den heute üblichen Vibrationsmassagegeräten liegt die Schwingungsfrequenz oft bei 50 Hz und mehr. In der Wahl solcher Frequenzen liegt aber kein besonders physiologischer Sinn, denn selbst bei intensiver körperlicher Arbeit oder beim Sport schwingt die Muskulatur bei max. 30 Hz. Daher haben die BMS-Geräte eine genau einstellbare Schwingungsfrequenz von 10 – 30 Hz und bleiben somit im physiologischen Bereich.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Vibrationsmassage, die auf das entspannte Gewebe appliziert wird, wird die BMS auf den gedehnten oder angespannten Muskel angesetzt. Die Einschwingung erfolgt zudem längs zur Muskelfaser, in die Richtung in der sich die gewöhnliche Muskelkontraktion vollzieht. Dies fördert einen intensiven Reiz der Mechanorezeptoren in den Muskelfasern und gelangt somit auch auf direktem Weg zum zentralen Nervensystem.

Über welche Wege werden die Körpergewebe versorgt?

Ein Blick auf das Versorgungssystem des Körpers zeigt, dass jede noch so peripher gelegene Stelle mit Venen, Arterien, Lymphgefäßen und Nerven durchzogen ist. Ca. 100.000 km Gefäßsystem durchziehen den menschlichen Körper und haben die Aufgabe, auf der einen Seite jede Region mit zuführenden Nährstoffen über die Blutgefäße zu versorgen und auf der anderen Seite über die vernetzten, venösen Kapillaren die aus der Zelle ausgeschwemmten Stoffwechselendprodukte zu entsorgen. Dieses äußerst dichte Gefäßnetzwerk weist am Ende extrem kleine Durchmesser von nur 7 – 20 µ, also millionstel Meter, auf. Die Kapillaren sind so klein, dass an ihrem Ende nur noch 1 Blutplättchen durch die äußerst dünne Wand hindurchtreten kann und auch nur, wenn es genügend verformbar ist.

Solch feinabgestimmte Prozesse können nur erfolgen, wenn das Gewebe schwingungsfähig ist. Ansonsten kommt es zur Stagnation und regelrechten „Vermüllung“ des Gewebes. Bewegungsfähigkeit (Schwingungsfähigkeit) bis auf die Zellebene ist also unbedingte Voraussetzung für einen funktionierenden Stoffwechsel.

Warum erfolgt die Einschwingung auf den angespannten oder gedehnten Muskel?

Muskelfasern können mit den Saiten eines Instruments verglichen werden. Werden die Saiten fester angespannt, geben sie einen höheren Ton von sich (Frequenz ihrer eigenen Schwingung).

Erfolgt die Einschwingung also auf den Muskel in einer Frequenz, die seiner eigenen Schwingung entspricht, verformt sich dieser mit einer großen Amplitude. Es kommt quasi zu einer Art mechanischer Resonanz im Muskel. Nur wenn der Muskel über diese Fähigkeit verfügt, kann er optimal arbeiten, bzw. Sport leisten.

Auch der Grad der Beweglichkeit in den Gelenken ist von großer Bedeutung.
Prof. Nazarov schreibt in seinem Buch „Optimierung des Menschen“ z.B. über das Training des Spagats und seiner Wirkungen auf die Hüftgelenke, dass Besonderheiten im anatomischen Bau des Beckens, der Hüftgelenke und der Schenkelknochen die Ausführung dieser Übungen behindern können. „Unbedachte Hartnäckigkeit beim Training dieser Übung“, schreibt Nazarov, „kann zu ernsthaften Verletzungen im Hüftgelenk führen. Die meisten Menschen sind aber in der Lage einen Spagat auszuführen, sie wissen es nur nicht. Solche Möglichkeiten eröffnet ihnen die BM-Stimulation“.

Wie unterscheidet sich BMS-Training vom herkömmlichen Fitnesstraining und für wen ist es geeignet?

BMS ist ein zeitsparendes Training. Es dauert etwa 20 – 30 Min. und kann in normaler Alltagskleidung erfolgen. Umziehen und anschließendes duschen entfallen, da der Benutzer nicht ins Schwitzen kommt. Das liegt daran, dass die Bewegungsimpulse von den Geräten ausgehen und die Muskulatur des Benutzers permanent auf diese Reize reagiert. Somit kann BMS problemlos in den Alltagsrhythmus eingebaut werden.

Das Training sollte 2-3x wöchentlich erfolgen. Nachdem etwa 3x das Training von einer/m Therapeuten/in begleitet und der individuelle Trainingsplan ausgehändigt wurde, kann jeder Benutzer die Übungen selbstständig durchführen.

Da die Geräte feine Schwingungen (ca. 4mm) ausführen und in niedrigen Frequenzen eingestellt werden können, gibt es so gut wie keine Kontraindikationen. Nach frischen Operationen oder Knochenbrüchen sollten bestimmte Geräte nicht benutzt werden. Hierfür wird aber ein individueller Trainingsplan erstellt.

Für die Benutzung von BMS-Geräten gibt es keine Altersbegrenzung.







THERZ GmbH, Trainings- und Therapiegerätezentrum, Mitwick 32, 48249 Dülmen,
Tel. 02594-949587, info@therz.de, www.therz.de